Der Bahnhof Melbeck-Embsen

1950 Foto: OHE Archiv

Bis Ende der 80er Jahre war der Bahnhof die bedeutendste Betriebsstelle der OHE. Die zwischen 1937 und 1939 im Auftrag der IG Farben errichtete Fabrik zur Herstellung hochkonzentrierter Salpetersäure, die von der Wirtschaftlichen Forschungsgesellschaft (WiFo) betrieben worden war, wurde nach dem Krieg von der "Norddeutsche Chemische Werke GmbH Hannover" übernommen. Zwischen 1960 und 1967 wurden die Anlagen um ein Volldüngerwerk ergänzt. Dazu wurde die bestehende Anschlussbahn um den Werkbahnhof Nord erweitert, wodurch die Gleisanlagen bis September 1968 auf eine Gesamtlänge von 4.000m verdoppelt worden sind.

Geschichte der Betreiber

1982 Foto: Gerd Wolff

Nach der Salzgitter Chemie GmbH, der VEBA-Chemie Nord GmbH und der Hüls AG war ab 1. Juli 1985 die zum norwegischen Konzern der Norsk-Hydro-Ruhr AG gehörende Ruhr-Stickstoff AG Bochum mit Sitz in Marl Eigentümer des Werkes geworden. Am 30. Juni 1989 wurde die Düngemittelproduktion im Werk Embsen eingestellt. Damit entfiel auf einen Schlag etwa ein Viertel der Jahrestonnage auf dem Netz der OHE. Die umfangreichen Rangierarbeiten auf der Anschlussbahn wurden zuvor mit werkseigenen Lokomotiven bewältigt. Vom 1. August 1989 bis zur vollständigen Stilllegung des Werkes am 31. März 1992 wurden die verbliebenen Rangierleistungen durch eine OHE-Lok erledigt.

Geschichte der Gleisanlagen

1982 Grafik: Ingo Hütter

Im Laufe der Jahre wurde der Gleisplan mehrfach verändert. Besonders hervorzuheben ist dabei, dass die Weichenverbindungen der Übergabeanlage Süd Ende der 80er Jahre stark vereinfacht wurden. Zwar waren fortan einige Gleise nicht mehr befahrbar, doch dafür konnte das Gleis zur Verladeanlage I nun direkt vom OHE-Hauptgleis aus erreicht werden. Nach dem teilweisen Abriss der Gleis- und Werksanlagen ist auf dem Gelände inzwischen ein Gewerbegebiet entstanden. Für nennenswerten Güterverkehr auf der heute vom Landkreis Lüneburg verwalteten Anschlussbahn sorgt ein im nördlichen Bahnhofsbereich entstandenes Tanklager der "TRANSGAS Flüssiggas Transport und Logistik GmbH u. Co. KG", welches über die beiden verbliebenen Gleise der Übergabeanlage Nord erreicht werden kann.
Auch der OHE-eigene Teil des Bahnhofs Melbeck-Embsen wurde im Laufe der Jahre dem jeweiligen Güteraufkommen angepasst. Bereits im Jahr 1956 wurde eine Rübenverladeanlage errichtet, und am 1. Oktober 1960 ging die Anschlussbahn zu den Kartoffellagerhallen der "Landwirtschaftlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaft Lüneburg" (LBAG) in Betrieb. Im 1962 fertiggestellten Bahnhofsgebäude wurde am 2. August 1963 ein Gleisbildstellwerk in Betrieb genommen. In der Nordeinfahrt kamen 1968 neben dem Streckengleis zwei über 700m lange Gleise hinzu, die heute überwiegend dem Abstellen von Kesselwagen dienen. Das Stellwerk wurde im Januar 2000 außer Betrieb gesetzt, und obwohl die Signale und elektrischen Weichenantriebe anschließend demontiert wurden, blieb der Stelltisch im Bahnhofsgebäude noch erhalten.
Nach langen Jahren der Ruhe herrscht seit dem Herbst 2008 an manchen Tagen wieder Hochbetrieb im Bahnhof: An der Ladestraße wurde aus Gerüstteilen eine provisorische Überdachung errichtet, damit der in Ganzzügen angelieferte Kalichlorid-Dünger nässegeschützt per Förderband auf LKWs, die den Weitertransport zu denLagerhallen der Raiffeisen-Getreidehaus Lüneburg-Embsen GmbH besorgen, umgeladen werden kann.

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